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Bauernhof-Botschafter feiern ersten Geburtstag: Wie es jetzt  weitergeht

Jahresbilanz zum Unterrichtsangebot für Schulen in der Region Bocholter Aa

Ihren ersten Geburtstag haben die Bauernhof-Botschafter am 3. November im Rahmen der Sitzung des Kreisverbandsausschusses in Stadtlohn gefeiert. Nach dreijähriger Vorlaufzeit  und nach der Bewilligung als zweijähriges Förderprojekt in der Leader-Region Bocholter Aa war das Schulangebot im November 2021 offiziell gestartet. Seitdem bringen Landwirtinnen und Landwirte Schulklassen abwechslungsreich und authentisch das Thema „Ernährung und Landwirtschaft“ näher. Hierfür nutzen sie vorbereitete Mitmach-Materialien, Bilder und Filme vom eigenen Hof.

Zusätzlich zu den Gremienmitgliedern waren bei der Sitzung in der Gaststätte „Zum Breul“ auch einige der Landwirtinnen und Landwirte zu Gast, die sich für das Projekt im Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen als Landwirtschaftsexperten engagieren. Der hauptamtliche Projektkoordinator, Ulrich Schäpers, stellte den aktuellen Status Quo des Pilotprojektes in der Ausschuss-Sitzung vor und erntete große Zustimmung, unter anderem auch vom Kreisverbandsvorsitzenden, Markus Weiß: „Seit vielen Jahren sprechen wir darüber, dass wir endlich Strukturen und gute Angebote für regelmäßige Partnerschaften mit Schulen aufbauen wollen. Dass sich das jetzt so entwickelt hat, ist ein großer Erfolg, auf dem wir weiter aufbauen können.“

Schwieriger Start durch Corona-Zurückhaltung der Schulen

Nachdem die schwierige pandemische Lage die Durchführung von Unterrichtsbesuchen bis weit ins Frühjahr hinein noch sehr schwierig gemacht hatte, konnten mittlerweile mehr als zehn Unterrichtsbesuche in der Leader-Region durchgeführt werden, zu der die Kommunen Velen, Borken, Rhede, Bocholt und Isselburg gehören. Weitere Anfragen, auch für Wiederholungen der Besuche, liegen bereits vor.

Starke Partnerschaften und deutschlandweite Anerkennung

Etabliert habe sich das Projekt laut Schäpers auch im Austausch und der Partnerschaft mit anderen deutschlandweiten Akteuren im Bereich „Landwirtschaft und Schule“. Besonders stellte der 44-Jährige heraus, dass Borken zu einer von deutschlandweit lediglich zwei Regionen gehöre, die durch den Agrarbildungsanbieter „information.medien.agrar“ (i.m.a) gefördert werden: als Pilotregion zur Erarbeitung neuer Konzepte für Unterrichtsbesuche von Landwirtinnen und Landwirten im Rahmen der Initiative „Landwirtschaft macht Schule“. In diesem Verbund hatten die Bauernhof-Botschafter im Juni auch die Gelegenheit, ihr Konzept vier Tage lang an einem Gemeinschaftsstand mit der i.m.a bei der Lehrermesse didacta in Köln zu präsentieren.

Bestens vernetzen konnte sich das Projekt auch mit dem in NRW führenden Bildungsanbieter im landwirtschaftlichen Bereich, dem Verein Stadt und Land in NRW. So war deren Geschäftsführer, Hubert Koll, als Referent bei einem der beiden Workshops zur Schulung der Bauernhof-Botschafter in Borken zu Gast. Er leitete mit Ulrich Schäpers zusammen im September auch eine gut besuchte Lehrerfortbildung auf dem Hof von Bauernhof-Botschafterin Tanja Ketteler in Borken. Hierfür gab es am Donnerstag auch einhelliges Lob, unter anderem vom Öffentlichkeitsausschuss-Vorsitzenden Rainer Overkämping: „Diese Kontakte sind für uns eine Riesenchance, denn Lehrer sind Wissenspotenzierer.“

Vor Ort im Kreis Borken freut sich Schäpers über den regelmäßigen fachlichen Austausch mit dem Bildungsbüro des Schulamtes im Kreis Borken: „Hierüber dürfen uns außerdem mit weiteren möglichen Partnern vernetzen, etwa durch Teilnahme an der letzten Bildungskonferenz des Kreises in Ahaus.“

Wie geht es mit den Bauernhof-Botschaftern weiter?

Beim Blick auf das zweite Projektjahr motiviere sie vor allem das tolle Feedback von Lehrern und Schülern, gab am 3. November die anwesende Bauernhof-Botschafterin Brigitte Nienhaus einen Einblick: „Die Kinder und die Lehrkräfte sind total offen und dankbar. Das spüren wir unmittelbar, wir bekommen das aber auch über die ausgefüllten Feedback-Bögen schwarz auf weiß mit.“

Für kommendes Jahr stellte Schäpers in Aussicht, dass nun auch weiterführende Schulen verstärkt in den Blick genommen werden sollen, in Kürze etwa mit einem Unterrichtsgespräch zu biologischer und konventioneller Landwirtschaft im Vergleich. Außerdem stehe die Auslieferung von Modulkoffern kurz bevor. Diese Unterrichtssets dienen künftig als weiteres didaktisches Werkzeug für einen lebendigen Schulbesuch zu Themen rund um Tierhaltung, Ackerbau und Ernährung.

Der Kreisverband will nun prüfen, inwieweit eine Fortsetzung und Übertragung auf andere Regionen auch über die Leader-Förderdauer hinaus möglich ist.

Mitmacher gesucht – auch für Hofbesuche

Unabhängig vom Bauernhof-Botschafter-Projekt machte Schäpers allen Anwesenden Mut, sich in der Öffentlichkeitsarbeit zu engagieren: „Ihr müsst als Landwirte derzeit viel aushalten. Duckt euch jetzt nicht weg, sondern geht raus und zeigt euch. Unsere Bauernhof-Botschafter machen vor, dass es sich lohnt.“ Neben dem Besuch im Unterricht gehe dies auch ganz klassisch durch Schulbesuche auf dem Betrieb im Zuge des WLV-Projekts Lernort Bauernhof.

  • Zum Lernort Bauernhof gibt es kreisweit immer wieder Anfragen von Schulklassen und Kindergartengruppen für Besuche auf landwirtschaftlichen Betrieben. Hierfür werden weiterhin Betriebe gesucht, die der Kreisverband weitervermitteln darf. Interessierte können sich in der Kreisgeschäftsstelle melden oder sich noch besser direkt online hier eintragen.

  • Für die Gruppe der Bauernhof-Botschafter werden weitere interessierte Landwirtinnen oder Landwirte gesucht – vorzugsweise aus der Projektregion. Interessierte können sich in der Kreisgeschäftsstelle bei Ulrich Schäpers melden unter Tel. 02861930663.

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